Caricatura Salon #5 – Stricheln und Sticheln
vom 6. März bis zum 7. Juni 2026 im Caricatura Museum Frankfurt
Unsere demokratische Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen: Wie sichern wir unsere stabile Grundordnung und ein geregeltes Miteinander, das auf humanistischen Grundwerten basiert? Wie umgehen mit Rechtspopulismus und Extremismus? Das Caricatura Museum Frankfurt ist diesen Fragen zum gegenwärtigen Zustand unserer Demokratie nachgegangen und präsentiert Cartoons, Karikaturen, Texte und satirische Gedichte namhafter zeitgenössischer Vertreter:innen der Komischen Kunst.
Karikaturen sind politische Bildung im Kurzformat, denn hier werden Komik und satirische Übertreibung zum kritischen Instrument. In ihrer Überspitzung provozieren sie Haltung und schaffen Raum für lebendigen Meinungsaustausch. Als kritisches Korrektiv ermöglichen sie niederschwelligen Zugang zur politischen Debatte und bieten Orientierung. Als gewaltfreies Instrument können sie dazu beitragen, Tabus zu brechen und extremistische Positionen in ihrer Absurdität zu entlarven. Dabei zeigt Satire wie ein Seismograph die Verfasstheit einer Gesellschaft an: Je freier sie arbeiten kann, desto aufgeklärter ist ihr Umfeld.
Gezeigt werden ausgewählte Arbeiten der Cartoonistin und Comic-Zeichnerin Katharina Greve, der Karikaturisten-Duos Greser & Lenz und Hauck & Bauer sowie satirische Gedichte des Autors Thomas Gsella. Bestens bekannt sind alle durch ihre Veröffentlichungen in TITANIC. Sie gehören zu den renommiertesten Vertreter:innen ihrer Zunft.
Die ursprüngliche Idee zur Ausstellung stammt vom Verein KulturSzene Churfranken RheinMain. Das Caricatura Museum hat das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain weiterentwickelt. Die Ausstellung findet nun im Rahmen von World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 statt. Um die Reichweite der Schau zu erhöhen, ist sie als Wanderausstellung konzipiert und soll im Anschluss an weiteren Orten in der Region RheinMain gezeigt werden.
Die Künstler:innen
Katharina Greve
Katharina Greve, geboren 1972 in Hamburg, studierte Architektur und zeichnet heute Comics und Cartoons in Berlin. Neben Arbeiten u. a. für TITANIC, Süddeutsche Zeitung und Mutter und Tochter« im Avant-Verlag. Für ihre Arbeiten bekam sie zahlreiche Preise, z. B. 2016 den Max und Moritz-Preis (Kategorie bester Comic-Strip) für den Webcomic »Das Hochhaus« und 2021, 2024 sowie 2025 den Deutschen Karikaturenpreis in Bronze. 2026 wird sie in einer großen Einzelausstellung im Caricatura Museum Frankfurt präsentiert.
Greser & Lenz
Greser & Lenz sind Achim Greser, geboren 1961 in Lohr am Main, und Heribert Lenz, geboren 1958 in Schweinfurt. Von Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre waren sie Redaktionsmitglieder des Satiremagazins TITANIC. Seit 1996 arbeiten sie gemeinsam als Karikaturisten und Illustratoren für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Von 2004 bis 2013 waren sie zudem für den Stern tätig, von 2013 bis 2016 für den Focus. Die Zeichnungen von Greser & Lenz wurden im Caricatura Museum Frankfurt in Sonderausstellungen 2009 und 2021 gezeigt. Das Duo wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter zweimal mit dem
Deutschen Karikaturenpreis in Gold (2004 und 2018), zuletzt 2024 mit dem Göttinger Elch und dem Kulturpreis der Stadt Aschaffenburg. Greser & Lenz leben in Aschaffenburg.
Hauck & Bauer
Hauck & Bauer sind Elias Hauck und Dominik Bauer, beide Jahrgang 1978. Sie kennen sich bereits seit gemeinsamen Schultagen im unterfränkischen Alzenau.
Seit 2003 arbeiten sie als Cartoonisten-Duo zusammen. Bauer denkt sich die Witze in Frankfurt am Main aus, Hauck zeichnet sie in Berlin. Dazwischen streiten sich beide erbittert über Formulierungen und Gesichtsausdrücke. Die Endergebnisse werden regelmäßig u. a. von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der Süddeutschen Zeitung, dem Satiremagazin TITANIC und der Apotheken Umschau gedruckt. Hauck & Bauer sind sehr bescheiden geblieben, obwohl sie schon viele Preise gewonnen haben, z. B. den Sondermann-Preis für Komische Kunst 2020 oder den Deutschen Karikaturenpreis in Gold 2024. Ihre Cartoons wurden 2020 in einer Einzelausstellung im Caricatura Museum Frankfurt gewürdigt.
Thomas Gsella
Thomas Gsella, geboren in Essen, lebt mit seiner Familie in Aschaffenburg. Er war viele Jahre Redakteur und von 2005 bis 2008 Chefredakteur des Satiremagazins TITANIC. Gsella reimt regelmäßig für den Stern und das Schweizer Magazin, die linke Zeitschrift Konkret, Frankfurter Rundschau, diverse ARD-Radiosender, den Seenotrettungsverein »Mission Lifeline« und natürlich die Apotheken Umschau.
Er hat 31 Bücher veröffentlicht, zuletzt vorwiegend im Verlag Antje Kunstmann und bei Zweitausendeins. Für seine Werke wurde er ausgezeichnet mit dem Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis 2004, dem Robert-Gernhardt-Preis 2011 und dem Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds 2014.
Eröffnung
Donnerstag, 5. März 2026, 18.00 Uhr
Caricatura Museum Frankfurt, 1. Obergeschoss
Begrüßung
Martin Sonntag Leiter Caricatura Museum Frankfurt
Grußwort
Dr. Susanne Völker Geschäftsführerin Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Cartoonlesung
mit Katharina Greve, Greser & Lenz, Hauck & Bauer und Thomas Gsella
Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Durch die Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich mit einer möglichen Veröffentlichung von Foto- und Filmaufnahmen
einverstanden. Das Museum ist am 5. März 2026 bis 22.00 Uhr geöffnet.
