
Künstlerische Vor- und Nachlässe als bedeutendes Kulturerbe sichern und nachlassbewahrende Institutionen adäquat finanzieren - das sind die Forderungen vom Deutschen Kulturrat an die Bundesregierung.
Die Cartoonlobby-Stiftung ist eine private Institution zur Bewahrung des Erbes von Klassikern der Karikatur und des Cartoons. Bei ihrer Arbeit ist diese auch weiterhin auf sich allein gestellt und erfährt derzeit keinerlei Unterstützung durch die Kulturpolitik.
Bereits Ende Juni 2026 hat sich der Deutsche Kulturrat mit einer Stellungnahme zu der Problematik geäußert und u.a. die Sicherstellung verlässlicher Finanzierung nachlassbewahrender Institutionen gefordert. In seiner Begründung formuliert er:
Die verlässliche Finanzierung nachlassbewahrender Institutionen ist eine Daueraufgabe aller staatlichen Ebenen, also von Bund, Ländern und Kommunen.
Neben öffentlichen Kultureinrichtungen wie Museen, Bibliotheken oder Archiven, die teils auf der Grundlage eines gesetzlichen Auftrags Vor- und Nachlässe sichern und bewahren, übernehmen privatrechtliche Institutionen wie Stiftungen oder Vereine Verantwortung in der Sicherung, Bewahrung und Zugänglichmachung von Vor- und Nachlässen. Bürgerschaftliches Engagement ist die tragende Säule dieser gemeinnützigen Arbeit. Auch dieses Engagement bedarf der finanziellen Sicherung durch die jeweiligen öffentlichen Hände, um auf Dauer und anhand von Qualitätsstandards Vor- und Nachlässe betreuen zu können. Die nachlassbewahrenden Institutionen gleich welcher Rechtsform brauchen Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Zusätzliches bürgerschaftliches Engagement sollte als unbare, aber geldwerte Leistung bei Förderanträgen berücksichtigt und anerkannt werden.
Bereits vor fünf Jahren hatte sich die Cartoonlobby, als Träger der "Stiftung Museen für Humor und Satire", mit einer Petition an den Kulturauschuss des Bundestages gewandt und um entsprechende Unterstützung gebeten. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien erteilte dem Anliegen eine Absage und verwies auf die Zuständigkeit von Ländern und Gemeinden.
Seither ist die Cartoonlobby-Stiftung auf der Suche nach Partnern, Institutionen und Kommunen, die ihre Vorhaben zur Bewahrung des Kulturerbes auf dem Gebiet der visuellen Satire und des Humors mit tragen und unterstützen. Bislang allerdings mit wenig Erfolg.
Dennoch geht die Arbeit mit der Sammlung und dem Archiv weiter - auch wenn die bereits fünfjährige "Zwischenlösung" für das Depot nach einem geeigneteren Standort verlangt.
Alleine in den vergangenen zwei Jahren gingen fünf bedeutende Künstlernachlässe in die Bestände der Sammlung über - von den Klassikern der Karikatur Harald Kretzschmar, Rainer Hachfeld, Peter Dittrich, Karl Schrader und Kurt Hügelow alias LEO. Damit gelangen auch, die derzeit verfügbaren, Räumlichkeiten immer mehr an ihre Grenzen.

Harald Kretzschmar - Deutungshoheit - 1999 - Stiftung Museen für Humor und Satire

Rainer Hachfeld - 1969 – Extra Dienst – Berlin-West - Stiftung Museen für Humor und Satire

Peter Dittrich - DER STEILE WEG NACH BITTERFELD: „Werktätiger, erstürm´ die Höhen der Kultur!“ – Eulenspiegel-Karikatur aus dem Jahr 1958 - Stiftung Museen für Humor und Satire

Karl Schrader - „Aber Kinder, verderbt Euch bloß nicht die Augen!“ – Eulenspiegel-Titel-Karikatur 1976 - Stiftung Museen für Humor und Satire
LEO - Noahs Arche (Stalins Aufrüstung) - 1950er Jahre - Stiftung Museen für Humor und Satire