
25 Jahre Büchergilde Gestalterpreis. Die Nachwuchsförderung für Illustration
17. Juli bis 18. Oktober 2026 im Caricatura Museum Frankfurt
Seit 25 Jahren verleiht die Büchergilde alle zwei Jahre den Gestalterpreis an junge Illustrator:innen. Das Caricatura Museum Frankfurt gratuliert zum Jubiläum mit einer Ausstellung, die die Vielfalt der Buchillustration feiert und einen Einblick in die Nachwuchsförderung der Büchergilde erlaubt.
Vergeben wird der Preis seit 2001/02 an Studierende wechselnder Hochschulen für innovative Illustrationskonzepte zu einem von der Büchergilde ausgewählten belletristischen Text. Eine unabhängige Jury entscheidet über das beste Konzept, das exklusiv im Buch-Programm der Büchergilde erscheint.
Zuletzt wurde die Ausschreibung 2026 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) unter der Leitung von Professorin Nadine Fecht initiiert. Die Frankfurter Künstlerin Deborah Moldwaski überzeugte die Jury mit ihren an Pop-Art anmutenden Illustrationen zu Collin Higgins’ Harold und Maude. Mit der Ausstellung 25 Jahre Büchergilde Gestalterpreis.
Die Nachwuchsförderung für Illustration würdigt auch das Caricatura Museum ein Genre, das Publikationen nicht nur verschönert, sondern das Leseerlebnis mittels einer visuellen Übersetzung des Textes nachhaltig prägt. Als eigenständiges Gestaltungselement kann die Illustration diverse Funktionen übernehmen: einen Text erklären, ergänzen, (neu-)interpretieren und emotionalisieren. Dies in unterschiedlichen Stilen und variierenden Techniken, wie die Ausstellung unter Beweis stellt.
Zu sehen sind insgesamt 57 Werke, darunter 27 Originale, 13 Drucke und 17 Objekte. Präsentiert werden die limitierten Vorzugsausgaben und signierten Original-Grafiken der Preisträger:innen der vergangenen Jahre sowie die Arbeiten der Gewinnerin und der teilnehmenden Studierenden des diesjährigen Gestalterpreises. Sie zeigen die kreative Bandbreite der Illustration und sind Ausdruck der unbändigen Experimentier- und Gestaltungsfreude.
Der Aufruf »Wir besitzen nichts« appelliert an Neugier, Nonkonformismus und den Freigeist der jungen Künstler:innen. Dass die Nachwuchsförderung der Büchergilde Früchte trägt, zeigen Erfolgsgeschichten der Gewinner:innen wie Katrin Stangl, Martin Stark oder Joe Villion, die sich fest in der Branche etablierten. Bereits die Teilnahme am Wettbewerb stößt auf Aufmerksamkeit. Dies zeigen Malika Specht und Ann-Kathrin Peuthen, die mit ihren Arbeiten die Buchgestalter:innen überzeugten und für Publikationen engagiert wurden. Specht illustrierte zu Jane Austens 250. Geburtstag Northanger Abbey mit einer aufwändigen Collage-Technik, und Peuthen Seishi Yokomizo’s japanischen Kultkrimi Die rätselhaften Honjin-Morde mit detailreich digital angefertigten Bildwelten, die an Holzschnitte erinnern.
Zum 100. Geburtstag der Büchergilde setzten sich 26 Kunst-Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mit Künstlicher Intelligenz in Gestaltungsprozessen auseinander: Gemeinsam schufen sie Illustrationen für Virginia Woolfs Klassiker Mrs. Dalloway mit eigenständigen visuellen Handschriften, die miteinander in Beziehung treten und sich gegenseitig inspirieren. Damit übersetzten sie unter dem Motto „Kollektive Intelligenz statt Künstliche Intelligenz“ die für KI charakteristische Verweisstruktur in ein gemeinschaftliches analoges Arbeiten. Die Gestaltungsfreude- und vielfalt schlägt sich auch nieder in der besonderen Veredlung der Publikationen. So erscheinen die Gestalterpreis-Bücher auch als Vorzugsausgaben mit beiliegenden Original-Grafiken.
Der Caricatura Salon
Der Caricatura Salon ist die flexible Ausstellungsfläche auf der Sammlungsetage des Caricatura Museums. Er bietet Raum für Nachbardisziplinen wie Comic und Illustration, für aktuelle und internationale Kunstwerke sowie für Arbeiten von Nachwuchskünstler:innen und Neuerscheinungen.
Mehr Informationen unter www.caricatura-museum.de !